FDP bleibt skeptisch beim neuen Marktplatz in Neugraben
von Steffen Langenberg, 12. Juli 2015

Süderelbe. Sind 1,7 Mio. Euro für den Marktplatz in Neugraben gut angelegt? Bei dieser Frage blieb der stellvertretende Vorsitzende der FDP Süderelbe, Günter Rosenberger, auch nach der Sitzung des Stadtteilbeirats Neugraben in einer Stellungnahme skeptisch. Das eigentliche Ziel sei doch, den Markt und damit auch Neugraben als Einkaufszentrum attraktiver zu gestalten. Dies erreiche man durch die Unterstützung der Marktbeschicker, attraktive Geschäfte in angenehmer Umgebung mit möglichst viel Laufkundschaft und einer ausreichenden Anzahl von Parkplätzen sowie einer guten Zuwegung mit vielen Abstellplätzen für Fahrräder (Haltebügel). Ein paar Blumen und neue japanische Bäume, einige Spielgeräte und Bänke sowie eine neue Pflasterung seien zwar nett, aber reichten nicht aus.

Besonders an marktfreien Tagen müsse der Marktplatz genutzt werden, zum Beispiel als Parkplatz. Das sei der Wunsch der Inhaber der angrenzenden Geschäfte sowie eine Forderung der FDP. Um die Besucher anzulocken, hätten andre Städte gute Erfahrungen mit einer kostenlosen halben Stunde und frei Parken ab 16.00 Uhr auf den Flächen mit Parkraumbewirtschaftung gemacht, ergänzte der FDP-Vorsitzende Langenberg.

Auch die Planungen selbst stießen bei der FDP auf Kritik. Unverständlich sei die Ablehnung durch den Planer von federndem Bodenbelag bei den Spielgeräten - die ansonsten eine guten Idee seien. Insbesondere bei den Geräten für körperliche Aktivitäten erforderten aufgeschürfte Knie vorprogrammiert, warnte Langenberg, denn Kinder würden beim Spielen eben schon mal hinfallen. Außerdem würde die Chance vertan, die Spielbereiche optisch hervorzuheben und damit eine Gliederung der Fläche zu erreichen.

Die FDP nicht zu überzeugen vermochte das Beleuchtungskonzept mit LED-Strahlern („energetisch sinnvoll") an hohen Masten, die „das Flair einer Stadions oder Fabrikgeländes" verbreiten würden. Langenberg meinte: „Die einfallslosen und engstirnigen Vorgaben der zuständigen Behörde sind typisch für die Hamburger Verwaltung."

Merkwürdig seien zudem diejenigen Sitzelemente, die wohl auch als „Sitzflöße" bezeichnet würden - eine Art Holzpalette mit zwei Rückenlehnen und in der Mitte eine Liegefläche. „Diese Sitzelemente laden doch geradezu zu Missbrauch ein", meinte Rosenberger.

„Wenn Neugraben als Einkaufszentrum wirklich attraktiv werden soll, muss bei der weiteren Entwicklung der Marktpassage, des Süderelbe-Einkaufs-Zentrums und des Bahnhofsumfeldes noch einiges geschehen", war das Fazit von Langenberg.