FDP informiert über Olympia in Hamburg
von Steffen Langenberg, 15. Oktober 2015

 

Am Dienstagabend begrüßte Steffen Langenberg, der Vorsitzende der FDP Süderelbe, den Bürgerschaftsabgeordneten Daniel Oetzel, im Landhaus Jägerhof. Der sportpolitischer Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion war eingeladen worden, um über Olympia in Hamburg zu informieren.

Neben der Flüchtlingsfrage sei Olympia in Hamburg das zweite große politische Thema, das Hamburg bewege, meinte Oetzel.

Nach der abgegebenen Bewerbung am 15. September sei der nächste wichtige Termin das Referendum am 29. November. „Wir brauchen mindestens eine Wahlbeteiligung von 40 % und eine Zustimmung von mindestens 60 %, besser sogar 70 %“, meinte er. Zum Glück sei die Wahl eine Briefwahl und wie bei der Bürgerschaftswahl dürften Wahlberechtigte ab 16 Jahren mit abstimmen.

Die endgültige Entscheidung werde im Sommer 2017 fallen.

Größere Chancen für Olympia in Hamburg im Jahr 2028 sieht Oetzel nur, wenn Los Angeles für 2024 den Zuschlag erhalte.

Dann nannte Oetzel einige Zahlen zu Olympia: 10.000 Athleten aus 200 Ländern auf 35 Sportstätten für 16 Tage, 3 Mio. Zuschauer kaufen 8 Mio. Eintrittskarten, 24.000 Medienvertreter. Dies entspräche ungefähr 44 Weltmeisterschaften in dieser Zeit in Hamburg. Anschließend gibt es noch für 12 Tage die Paralympics mit 4200 Athleten.

Das große Plus in Hamburg sei, dass sich fast alle Sportstätten in einem Radius von 10 km befänden.

Trotzdem werde natürlich einiges neu gebaut. Diese Bauten sollten aber hinterher weiter genutzt werden: das Olympiastadion mit Dach für bis zu 70.000 Zuschauer, Rückbau dann auf 20.000 Zuschauerplätze oder Umbau zu einer Wohnanlage, eine Olympiahalle, Nutzung danach als Kreuzfahrtterminal, eine Schwimmhalle, spätere Nutzung als Spaß- und Erlebnisbad, das olympische Dorf, Nutzung dann als Wohnungen. Das olympische Dorf solle von Privatinvestoren errichtet und für die Zeit der Spiele nur angemietet werden. Diese Bauten sollen alle auf dem Kleinen Grasbrook errichtet werden, der dafür dekontaminiert und aufgeschüttet werden müsse, was mit 1 Mrd. Euro veranschlagt worden sei. Das Mediendorf komme nach Wilhelmsburg.

Erfreut vernahmen die Zuhörer, dass die Mountenbike-Wettbewerbe wohl in den Harburger bergen in Süderelbe stattfinden sollen. Die FDP Süderelbe forderte zu prüfen, ob nicht noch mehr Wettbewerbe hier stattfinden könnten.

Das olympische Dorf werde völlig abgeriegelt. Deshalb und zur Entzerrung der riesigen Besucherströme werde es nur zwei Zugänge von Norden über Brücken geben mit längeren Fußwegen.

Es würden 500.000 Besucher erwartet. Allerdings sei nicht berechnet worden, wie viele Besucher, die sonst kommen würden, wegen des Ereignisses wegbleiben.

Von den 11,2 Mrd. Euro für die Spiele will Hamburg 1,2 Mrd. tragen und dafür ab 2017 jährlich 200 Mio. zurücklegen. Der Bund soll 6,2 Mrd. übernehmen, der Rest wird durch Zahlungen des IOC und durch Eintrittspreise gedeckt, sowie durch die Nachnutzungen. Über den Anteil des Bundes müsse aber noch verhandelt werden.

„Hamburg ist im Vergleich zu den Mitbewerbern erst einmal am teuersten“, meinte Oetzel. Aber Hamburg habe recht großzügig kalkuliert, sodass die große Chance bestehe, dass es insgesamt sogar günstiger würde. Die Mitbewerber müssten hingegen mit Kostensteigerungen rechnen.

Die Vorteile für Hamburg sah Oetzel in den positiven Effekten nach Olympia: große Bekanntheit, besonders in den USA, Förderung des Breitensports durch mehr Interesse am Sport und den Ausbau von Sportstätten, Ankurbelung des Tourismus, mehr Arbeitsplätze und gesteigertes Interesse von Investoren. Auch die Stadtplanung würde gewinnen durch Barrierefreiheit nicht nur im olympischen Dorf, sondern in der ganzen Stadt.

Eine Probeabstimmung zu Begin hatte schon viele Befürworter der Olympiade in Hamburg bei einigen Zweiflern ergeben. Die Abstimmung zum Schluss ergab dann allgemeine Zustimmung. „Damit habe ich mein Ziel erreicht und hoffe, dass das Referendum im November genauso ausgeht“, schloss Oetzel.