Die FDP Süderelbe sieht die Vorgaben für Fischbek-Reethen kritisch

von Steffen Langenberg, 13. Juli 2016

 

Der Kreisvorstand der FDP Süderelbe hat sich jetzt ausführlicher mit den Vorgaben der Verwaltung für den stadtplanerischen Wettbewerb zum Baugebiet Fischbek-Reethen (Sandbek-West) befasst.

„Die FDP begrüßt grundsätzlich den interessanten Ansatz, Wohnen und Arbeiten nicht mehr weiträumig zu trennen“, sagte der Vorsitzende Steffen Langenberg zu der Vorgabe, 45 % der Nettobaufläche als Gewerbegebiet auszuweisen. So werde viel Verkehr vermieden. Allerdings scheine das Fehlen einer Beschränkung auf nicht störendes Gewerbe doch sehr mutig und könne zu einer Beeinträchtigung der Wohnqualität führen.

Auch andere Vorgaben der Verwaltung wurden von der FDP hinterfragt. Da in diesem Gebiet keine Stadt neu geplant, sondern nur an Vorhandenes angebaut werde, hätten die umliegenden Bebauungen und das Landschaftsbild stärker berücksichtigt werden müssen. Dazu gehörten die in den Vorgaben beschriebenen angrenzenden Baugebiete in Neu Wulmstorf und südlich das neue Gebiet Fischbeker Heidbrook, sowie die Fischbeker Heide, das Fischbeker Moor und dann weiter die landwirtschaftlichen Flächen mit Wiese und Obstanbau. „Hier her hätte ein großer Anteil an Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser gehört mit einer Verdichtung Richtung S-Bahnhof Fischbek„, meinte Langenberg. Der Anteil an Einzel- und Doppelhäuser sei mit 5 % viel zu niedrig, der Anteil an Geschosswohnungen mit 55 % zu hoch. Da rund die Hälfte der Wohnungen als geförderter Wohnungsbau entstehen solle, werde damit auch wieder ein sozialer Brennpunkt geschaffen.

Von der FDP wurden auch die Vorgaben für Parkplätze als zu niedrig kritisiert. „Man kann die Abschaffung von Autos und die Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht durch knappe Parkplätze erzwingen“, so Langenberg.

Auf besonders starke Ablehnung stieß die Vorgabe, dass die Planer verbindliche Vorgaben für Fassadengestaltung, Baumaterialien und Dachformen machen sollen. „Solche peniblen Einschränkungen der Gestaltungsfreiheit zeigen, wie wenig die Verwaltung den Architekten zutraut und wie immer wieder versucht wird, die Menschen zu gängeln“, meinte Langenberg.

Der baupolitische Sprecher der FDP Süderelbe, Günter Rosenberger, betonte, dass es sich hier um ein landschaftlich schönes und vielseitiges Gebiet handele, dass noch gewinnen könnte, wenn man auf den Landesabstandsstreifen verzichten würde, den es in Neu Wulmstorf schließlich auch nicht gäbe. Mit den gewonnenen ca. 1,5ha könnte im Zuge der Reethenbek ein Erholungssee erstellt werden. Der See müsste mit einem umlaufenden Wanderweg mit vielen Sitzbänken ausgestattet sein. Angesichts der immer häufiger auftretenden Starkregen könnte der See auch als Regenrückhaltebecken genutzt werden. Dies hatte Günter Rosenberger auch auf IBA - Veranstaltung am 6.Juli in der Schule Ohrnsweg öffentlich weiter gegeben.

Zusammenfassend stellte Langenberg fest, dass dies ein schönes Stück Land sei, auf dem man interessante Möglichkeiten zur Umsetzung eines lebenswerten Wohnens hätte, was jedoch auf Grund der schlechten Vorgaben wohl verhindert würde.