Süderelbe - in Hamburg vergessen?

von Steffen Langenberg, 25. Februar 2016

 
von links: Steffen langenberg, Jens Meyer, Günter Rosenberger

FDP und Bürger fordern, dass die Stadtentwicklung endlich einmal zu Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in Süderelbe führen müsse.

 

Der Vorsitzende Steffen Langenberg konnte zur Veranstaltung „Stadtentwicklung in Süderelbe“ des Bürgerschaftsabgeordneten Jens Meyer und der FDP Süderelbe rund 30 Interessierte am Dienstagabend im Landhaus Jägerhof begrüßen.

Zur Einleitung stellte Langenberg die historische Entwicklung von Hausbruch, Neugraben und Fischbek von Orten mit wenigen Gehöften bis hin zu der heute vorhandenen großflächigen Überbauung dar. Er kritisierte dabei, dass vor allem die Bautätigkeit seit Mitte der Sechziger Jahre kaum zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in Süderelbe geführt habe, was er durch eine Hamburgkarte mit den sozialen Brennpunkten veranschaulichte. „Im Vergleich zu Rissen geht die Entwicklung in Süderelbe einfach nicht aufwärts, was auch an den Grundstückspreisen deutlich wird“, so Langenberg.

Der baupolitische Sprecher der FDP Süderelbe, Günter Rosenberger, erläuterte dann die aktuellen Bebauungsplanungen Vogelkamp, Fischbeker Heidbrook und Sandbek West. Er befürchte, dass auch diese Vorhaben den Bereich Süderelbe nicht aufwerten würden. „Die Bebauung im Bereich Vogelkamp zeigt, dass Gängelung durch die Stadt zu keinen guten Ergebnissen führt“, so Rosenberger. Die 1,5 Mio. Euro für die Marktumgestaltung seien allerdings nur ein erster Schritt, um zumindest die Einkaufssituation in Neugraben zu verbessern. Maßnahmen in der Marktpassage und am SEZ müssten folgen.

Jens Meyer schlug dann den Bogen von den Grundsätzen der Stadtplanung von ganz Hamburg über das Süderelbegebiet bis zu den Orten Fischbek, Neugraben und Hausbruch. Aufgabe der Stadtplanung sei es, Verbesserung der Lebensverhältnisse aller Bürger zu erreichen. Dies bedeute eine nachhaltige Stadtentwicklung in ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht. Deshalb seien die Flächen für weiteren Wohnungsbau mit den schon erwähnten Flächen für größere Baugebiete wie auch für Gewerbe und Industrie aufgebraucht. Eine Verdichtung sei eventuell entlang der Verkehrs- und Siedlungsachse Cuxhavener Straße / S-Bahn möglich. Gleichzeitig würde der Verkehr zunehmen, wenn auch die geplante A 26 vielleicht eine gewisse Entlastung für die Cuxhavener Straße bringen könnte. „Trotz dieser zukünftigen Belastungen sollte der Landschaftsraum qualitativ weiterentwickelt werden zur Wahrung der Lebensqualität und auch die Landwirtschaft als prägendes Element sollte trotz aller Interessenskonflikte gesichert werden“, meinte Meyer.

In der Diskussion artikulierte sich dann das Gefühl, der Süden Hamburgs würde vom Senat recht stiefmütterlich behandelt, was an den angesprochenen sozialen Brennpunkten erkennbar sei und durch die geplante Flüchtlingsunterbringung weiter verschärft würde. Deshalb sei die Flüchtlingsunterbringung unbedingt zu dezentralisieren und die Anzahl für Süderelbe zu verringern.

Jens Meyer versicherte, dass zumindest die FDP Hamburgs Süden nicht vergessen würde.