FDP Süderelbe kritisiert ideologische Baupolitik zulasten der Lebensqualität

von Steffen Langenberg, 21. Juli 2016


„Jetzt wissen wir endlich, warum sich Neugraben-Fischbek so entwickelt, wie es dass zurzeit tut“, kommentierte der Vorsitzende der FDP Süderelbe die einführenden Worte des Bezirksamstleiters Thomas Völsch zur Auftaktveranstaltung „Entwicklungsperspektive Neugraben-Fischbek 2015“ mit dem Schwerpunkt „Wohnen und Städtebau. Völsch hatte ausgeführt, dass Hamburg weiter wachsen werde und damit auch Neugraben-Fischbek. So käme Leben auch nach Neugraben-Fischbek. Er wolle aber kein Meer aus Einzelhäusern, da Baugebiete für Einzelhäuser nach seiner Meinung die Bevorzugung einer speziellen Schicht bedeuten würde, denen es immer gelänge, angemessenen Wohnraum zu finden. Völsch wolle stattdessen den Mittelstand halten und sähe die Zukunft eher im Geschosswohnungsbau. „Soll dass heißen, in den Walddörfern wohne kein Mittelstand?“, wundert sich Langenberg. Und ob der Mittelstand unbedingt in Geschossmietwohnungen wohnen wolle, bezweifle er auch.

Wichtig sei, so Völsch, dass bezahlbarer Wohnraum entstünde. Dies könne aber nicht allein durch geförderten Wohnungsbau geschehen, so viel Geld habe die Stadt nicht. Die Antwort, wie preiswerter Bauen erreicht werden könne, z. B. durch Abbau von Überregulierung und von behördlichen Auflagen, blieb Völsch schuldig, meinte Langenberg.

Abenteuerlich fand Langenberg die These von Völsch, dass die Baugebiete Vogelkamp, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen nicht auf der „Grünen Wiese“ entstünden, weil sie ja in einem schon vorhandenen Stadtteil lägen.

Um Lebensqualität zu gewährleisten, sei die IBA beauftragt worden und es geben viele Wettbewerbe für Stadtplanung und Architektur. „Für mich bedeutet Stadtplanung die Planung eines ganzen Stadtteils im Kontext der Umgebung, nicht aber die Gestaltung einzelner Baugebiete nach Vorgaben aus der Verwaltung ohne Berücksichtigung der Lage“, so Langenberg. Es sei schon merkwürdig, in dieser Veranstaltung Arbeitskreise einzurichten mit Fragestellungen wie „Warum lebe ich gern in Neugraben-Fischbek?“ oder „Was muss getan werden, damit ich hier weiter hin gern lebe?“, nachdem drei Bebauungsgebiete entstehen mit einer Bebauung, die großteils nicht hierher passt, es sei denn, man sei Fan von Geschossmietshäusern und meint, man müsse auch den ländlichen Raum damit beglücken, wie Völsch es tue, meinte Langenberg. „Hier wird ideologische Baupolitik auf Kosten der alteingesessenen Bevölkerung und der Lebensqualität betrieben“, stellte Langenberg fest.